Allgemeine Informationen zum Umzug

Neue Wohnung bzw. ein Haus gekauft oder angemietet. Was ist zu tun?

Die Möbelpacker bei der Arbeit...
Der reine Umzug mit seinem Hausrat ist nur ein Teil eines Umzuges. Aber vor und während sowie nach dem Umzug sind noch weitere sehr wichtige Arbeiten zu erledigen und auch bestimmte Fristen einzuhalten.

 

Ist eine neue Wohnung gefunden oder ein Haus gekauft worden, beginnen die ersten Erledigungen. So ist zuerst mal der alte Mietvertrag zu kündigen. Das muss schriftlich per Einschreiben mit Rückschein erfolgen. Dort muss genau erklärt werden, wann die alte Wohnung besenrein oder mit Schönheitsreparaturen versehen dem Eigentümer wieder übergeben wird. Bis dahin sind die Mietzahlungen zu leisten. Natürlich kann man, wenn es der Mietvertrag zulässt, auch einen Nachmieter suchen und über die Übergabe verhandeln. So lässt sich vielleicht die eine oder andere Mietzahlung oder Schönheitsreparaturen einsparen.

 

Auch Ablösesummen sind verhandelbar. Die Vereinbarungen über die Rückgabe der Mietsache mit den Absprachen sollten zur Beweissicherung in einem Übergabeprotokoll festgehalten werden, das unterschreiben dann alle Beteiligten, also Vermieter und Mieter.

 

Vor Umzug müssen verschiedene Verpflichtungen, Versicherungen und Abos umgemeldet oder gekündigt werden. Das sind Verträge für Strom, Gas und Wasser. Bleibt man in einem Stadtgebiet wohnen, ist wahrscheinlich nur eine Ummeldung notwendig, aber bei einem Umzug in eine andere Stadt, ist eine Kündigung und ein Neuvertrag mit dem dortigen Versorger unumgänglich. In jedem Fall müssen die Zählerstände von Strom, Wasser und Gas abgelesen werden und dem Versorgungsunternehmen für die Endabrechnung mitgeteilt werden. Und der Telefonanschluss sowie der Internetzugang müssen umgemeldet werden. Einen evtl. Eintrag ins Telefonbuch nicht vergessen, wenn man das wünscht. Zeitschriftenabos kann man an die neue Adresse ummelden lassen.

 

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Auch für die Brief- und Paketpost gibt es Nachsendeanträge, dann werden bis zu einem Jahr alle Postsendungen, die noch an die alte Adresse geschickt werden, an die neue Anschrift nachgesandt. Leider kostet das mittlerweile auch Gebühren. Ummelden muss man sich auch bei der GEZ, also für Fernseh- und Radioempfang.

 

Seine bestehenden Bankverbindungen und Versicherungen sollte man schriftlich oder telefonisch die neue Anschrift mitteilen. Wer Onlinebanking macht, muss die Bank nicht wechseln. Lediglich bei bestimmten Angelegenheiten ist eine persönliche Vorsprache bei der Bank notwendig, das kann bei großen Entfernungen hinderlich sein. Aber auch Banken bieten einen Umzugsservice für das Konto an, sodass das auch am neuen Wohnort erledigt werden könnte.

 

Vor einem Umzug wäre es ratsam, falls erforderlich oder gewünscht, die Wohnung zu renovieren. Auch Leitungen für Telefon oder PC lassen sich jetzt noch mühelos verlegen. Ist erst mal die Wohnung eingeräumt, tut man sich deutlich schwerer. Evtl. notwendige Isolierarbeiten für Wärme- oder Schallschutz sind jetzt zu überlegen. Natürlich, das eine oder andere Problem tritt erst beim Bewohnen auf, aber mal kurz darüber nachdenken schadet vorher auch nicht.

 

 

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Da die wenigsten Wohnungen identisch aufgeteilt sind, ist es ratsam, einen Lageplan der neuen Wohnung zu zeichnen und zu überlegen, wie man seine Möbel dort aufstellt. Das ist ungemein hilfreich das in richtigem Maßstab schon vorher zu überlegen, weil dann beim Umzug kaum Zeit bleib, das lange auszuprobieren. Es gäbe auch PC-Programme, mit denen man das machen könnte, aber die sind für einen einmaligen Umzug einfach zu teuer. Da nehme man ein Blatt Papier, messe die Wohnung aus und zeichne in einem kleinen Maßstab die Zimmer auf. Verlassen sollte man sich auf einen vom Vermieter bekommenen Plan aber nicht. Hier können durchaus mehre cm Differenz auftreten, die nachher fehlen. Jetzt kann man die Möbelstücke aus Papier im gleichen Maßstab ausschneiden und auf den Zimmerplan legen. Das zeigt dann, ob alle Möbel ins Zimmer passen. Später kann man dann natürlich auch etwas variieren. Vergessen sollte man aber bei dem Ganzen die Fenster nicht, nicht dass dann ein Schrank davor stehen soll. Also in den Plan auch Fenster, Türen und Anschlüsse für Wasser, Strom und Telefon einzeichnen.

 

Es macht auch Sinn, bei großen, nicht zerlegbaren Möbeln mal das Treppenhaus, den Aufzug oder die Türen zu vermessen, ob diese Gegenstände dort überhaupt durchgehen. Notfalls kann dann ein spezieller Transporter diese Gegenstände durch ein Fenster heben, was natürlich Fachleute machen müssen und extra Geld kostet. Aber lieber vorher überlegen, als beispielsweise ein Klavier im Freien stehen lassen zu müssen, bis ein Fachmann kommen kann.

 

Am Tag vor dem Umzug unbedingt alle Beteiligten nochmals kontaktieren, ob es auch bei dem Termin am nächsten Tag bleibt. Sollte jemand ausfallen, wäre jetzt noch Zeit einen Ersatz zu finden. Vielleicht wäre es hilfreich, wenn jeder sein Handy mitnimmt, um sich gegenseitig besser erreichen zu können. Gerade beim Umzug mit mehreren kleinen Autos wäre das optimal, um sich gegenseitig bei besonderen Anlässen informieren zu können.

 

Nach dem Umzug muss man sich dort am neuen Wohnort anmelden, um seinen Personalausweis durch einen Eintrag der neuen Adresse sowie den Kfz-Schein aktualisieren zu lassen. Bei einem Ortswechsel in einen anderen Landkreis wird auch ein neues Pkw-Kennzeichen notwendig. Innerhalb einer Ortschaft oder Stadt ist nur eine Ummeldung erforderlich, die kann man meistens auch online am Computer erledigen. Wer in ärztlicher Behandlung war, sollte den Umzug auch seinem Arzt mitteilen, damit bei Privatpatienten die neue Adresse für die Rechnungsstellung bekannt ist. Das gilt für den Fall, dass kein Nachsendeauftrag bei der Post besteht. Bedenken sollte man aber auch, dass es inzwischen eine Privatpost gibt, die für Firmen und auch Ärzte schon eingerichtet wurde. Hier zieht ein Nachsendeantrag bei der Post nicht. Wer in eine andere Stadt zieht und regelmäßig einen Arzt benötigt, muss sich schon im Vorfeld dort einen neuen Arzt suchen. Hier hilft neben dem Branchenbuch und dem Internet auch oft die Krankenkasse, bei der man versichert ist.

 

Dort nachgefragt, werden ansässige Ärzte empfohlen, zumindest bei Privatkassen ist das durchaus üblich.

 

Sobald die neue Adresse und auch die Telefonnummern bekannt sind, wäre es hilfreich, sich neue Visitenkarten machen zu lassen. So hat man die neue Adresse mit Postleitzahl und auch die Telefonnummer immer parat und kann sie jedem geben, der sie benötigt. Meistens braucht man selber eine bestimmte Zeit, bis man diese Adressen und Nummern auswendig weiß. Dann sind Versehen und mancher Ärger ausgeschlossen.

 

Für schulpflichtige Kinder ist es unbedingt erforderlich das Schulamt über den Umzug zu informieren, da das Kind ja einer Schule zugeordnet werden muss. Auch bei Kindergartenplätzen ist eine vorherige Erkundigung, ob dort etwas frei ist, durchzuführen. Empfehlenswert ist es auch, am neuen Ort nach Möglichkeiten für Kinder zu fragen. Das sind neben Kinderärzten auch Spielplätze und Sportvereine. Schließlich sind die Kinder durch einen Ortswechsel wohl am meisten betroffen und das gilt es etwas auszugleichen. In jedem Fall sollte man sich nach den nächsten Ärzten und Zahnärzten erkundigen, um im Notfall gleich die richtige Anlaufstelle zu kennen. Gerade beim Umzugsstress und den ersten Wochen nach dem Umzug gibt es viel zu tun und da ist die Kenntnis, wo sich eine Arztpraxis befindet, sehr hilfreich.

 

Sobald ein Ortswechsel feststeht, kann man ja mit seiner Familie dorthin fahren und einen Rundgang um die neue Wohnung unternehmen. Dabei ist es auch möglich, die nähere Infrastruktur kennenzulernen. Also wo sind die nächsten Haltestellen für die öffentlichen Verkehrsmittel, wie ist der Weg zur Schule und zum Kindergarten, wo ist das Postamt und die nächste Bank sowie die wichtigsten Geschäfte für den täglichen Bedarf wie Bäcker, Metzger und Supermarkt oder auch ein Friseur.

 

Am Tag des Umzuges oder auch schon einen Tag vorher sollte man sich bei seinen Nachbarn verabschieden und evtl. wenn gewünscht, eine Einladung für einen Besuch zu den neuen vier Wänden aussprechen. Mit ein paar freundlichen Worten lässt sich auch ein möglicher Umzugslärm bedauern. Und vielleicht könnte man ja auch gleich die neuen Mieter ankündigen, falls die schon bekannt sind.

 

Bildquellen aus Fotolia.com: Möbelpacker - © Peter Atkins